Als Biedermeier wird nach dem Louis-Seize und dem Empire die Zeitspanne von 1815 bis 1848 in den deutschsprachigen Ländern bezeichnet. Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die Entwicklung nach dem Ende der Napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. Die reinste Ausprägung erfährt diese Stilrichtung zwischen 1820 und 1830.

Bedeutsam ist die in dieser Epoche entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums z.B in der Hausmusik, der Architektur, der Einrichtung und auch in der Mode, zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett „hausbacken“ und „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private.

Die Architektur war eher elegant und schlicht zu bezeichnen. Der bedeutendste Architekt des Biedermeier Stils war Joseph Kornhäusel, der seine Spuren vor allen Dingen in Wien und in Baden bei Wien, der Sommerresidenz des österreichischen Kaisers hinterließ.

Die Biedermeier-Möbel folgten keinem einheitlichen Stil, zeichnen sich aber ebenfalls durch schlichte Eleganz aus. Sie hatten weniger repräsentativen Charakter, sondern sollten den Eindruck von Behaglichkeit verbreiten, vor allem auch zweckmäßig sein. Die ersten Möbel dieser Art entstanden in Wien, wobei englisches Mobiliar als Vorbild diente. Großer Wert wurde bei der Produktion auf die handwerkliche Qualität gelegt. Die Grundrichtung war klar und kantig. Schmuckelemente, wie Verzierungen und Schnitzereien treten zurück. Typisch für das Biedermeier sind Kleinmöbel wie Kommoden, Sekretäre oder Nähtischchen, welche zum Teil ebonisierte Säulen und Profilleisten besaßen. Häufig sind o.g. Möbelstücke mit Furnier in Kirschbaum, Nussbaum, Esche, Mahagoni oder Birke versehen. In Wien prägte der Möbelfabrikant Joseph Dannhauser die neue Wohnkultur. In diese Zeit fällt auch der Erfolg der Burgholzmöbel von Michael Thonet, welcher aus Boppard stammte und 1842 vom österreichischen Hof nach Wien geholt wurde. Er entwarf die Ausstattung des Stadtpalais Liechtenstein in Wien.

Schlichtheit, Bescheidenheit, Bürgerlichkeit, Gemütlichkeit und Behaglichkeit prägten die künstlerischen Kreationen beider Möbelhersteller , die bis zum heutigen Tag Liebhaber finden.

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